Sulforaphan

Sulphoraphan in Lebensmitteln

Sulforaphan ist als Inhaltsstoff verschiedener Pflanzen bekannt, die zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler zählen. Hierzu gehören der Brokkoli, der Blumenkohl und andere Kohlsorten. Aber auch die Kresse, Rucola und Rettich sind Kreuzblütler. Raps, Senf, Radieschen und zahlreiche weitere Kreuzblütler enthalten ebenfalls Sulforaphan.

Sulforaphan ist ein sogenanntes Senfölglykosid. Senfölglykoside sind unter anderem für die Schärfe oder auch den bitteren Geschmack der jeweiligen Pflanze verantwortlich. Genau genommen ist in diesen Pflanzen der Vorläufer von Sulforaphan, das Glukoraphan enthalten. Erst durch das Aufbrechen der Zellen, zum Beispiel beim Kauen, wird mit Hilfe des Enzyms Myrosinase das Glukoraphan in seine aktive Form, das Sulforaphan, umgewandelt.

Da das Enzym Myrosinase sehr hitzeempfindlich ist, kann es bei unvorsichtiger Gemüsezubereitung schnell zerstört und damit unwirksam gemacht werden. Auch das Sulforaphan selbst gilt als nicht hitzebeständig.

Sulforaphan Blog  Die Myrosinase wird wie viele andere Enzyme auch von den Darmbakterien hergestellt, sofern die Darmflora intakt ist und genügend unterschiedliche Darmbakterienstämme beherbergt. Doch leider können ungesunde Ernährung mit zu wenig Probiotika, jedoch zu viel Alkohol, Stress und Medikamente zu einer Abnahme der wichtigen Darmbewohner führen. Dann stehen auch nicht mehr alle Enzyme in ausreichender Menge zur Verfügung, um wichtige Inhaltsstoffe aufzuschließen, die der Organismus benötigt. So wird es schließlich auch immer schwieriger, dem Körper das so wichtige Sulforaphan über die Ernährung zuzuführen.

Sulforaphan im Kampf gegen den Krebs

Professor Dr. Ingrid Herr forschte jahrelang am Universitätsklinikum Heidelberg im Bereich der Ernährung nach Möglichkeiten, die Krebstherapie zu unterstützen oder gar das Krebsrisiko effektiv zu senken. Eine dieser fantastischen Möglichkeiten scheint der Inhaltsstoff Sulforaphan im Brokkoli zu bieten. Denn Sulforaphan soll, so die Leiterin der AG Molekulare Onko-Chirurgie, zumindest in Laborversuchen den Stoffwechsel der Tumorzellen so unterdrücken, dass diese sich nicht mehr ausreichend vor den Chemotherapeutika schützen können. Auch für die Krebsprophylaxe scheint der Inhaltsstoff von Brokkoli und Co. vielversprechend zu sein.

Bereits im Jahre 1992 konnte Dr. Paul Talalay in den USA das Antioxidans Sulforaphan isolieren und beschreiben. Fest steht, dass Sulforaphan in der Lage ist, körpereigene Enzyme zu aktivieren, die in der Leber für die Entgiftung verantwortlich sind. Diese Entgiftungsenzyme machen die krebserregenden freien Radikale unschädlich und in der Folge können durch sie keine Zellschäden mehr verursacht werden. Sulforaphan tritt hier lediglich als Katalysator auf. Die Menge des im Organismus befindlichen Sulforaphans wird durch diesen Vorgang also nicht vermindert.

Studien mit überraschenden Ergebnissen

Aber auch auf direktem Wege soll dieses Senfölglykosid in den Zellteilungsprozess der Zellen eingreifen können und die Mikrotubuli der entarteten Zellen, die für die vermehrte Zellteilung verantwortlich sind, zerstören.

Studien zufolge erweist sich Sulforaphan bei zahlreichen Krebsarten, darunter Leukämie, Hautkrebs und anderen Krebserkrankungen als hilfreich.

Die Rutgers University in den USA berichtete bereits 2006 über eine Studie, die belegt, dass Sulforaphan bei einem erblich bedingt erhöhten Dickdarmkrebs-Risiko in der Lage sei, die körpereigenen Mechanismen so zu aktivieren, dass ein Ausbruch der bösartigen Erkrankung verhindert werden kann.

Ebenfalls bekannt ist mittlerweile, dass Sulforaphan das Wachstum und die Vermehrung von Lungenkrebszellen einzudämmen vermag. Auch auf die Metastasierung von Prostatakrebs soll dieses Antioxydans eine positive Wirkung zeigen, in dem es diese bei Vorhandensein eines primären Prostatatumors verhindert.

In der Krebstherapie und der Krebsprophylaxe wird dieser besondere Inhaltsstoff also wahrscheinlich noch Anlass für zahlreiche, erfolgsversprechende Studien geben. Denn es hat sich herausgestellt, dass Sulforaphan möglicherweise auch bei zahllosen weiteren Erkrankungen sowohl therapeutisch als auch präventiv eingesetzt werden kann.

Bei welchen Erkrankungen könnte Sulforaphan ebenfalls hilfreich sein

Dieses interessante Antioxidans soll entgiftende und entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen, die unter anderem auch beim Abnehmen eine wichtige Rolle spielen. Denn im weißen Fettgewebe, welches in Verdacht steht, für Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes Typ 2 und andere Erkrankungen verantwortlich zu sein, werden Hormone und Entzündungsstoffe produziert, die dann im gesamten Körper zu Entzündungen führen können. Besonders Menschen mit viel Bauchfett sollen stark erhöhte Entzündungswerte aufweisen. Hier wird Sulforaphan nicht nur eine entzündungshemmende Eigenschaft zugesprochen, sondern ebenso die Eigenschaft, bei der Umwandlung von weißem Fett in braunes Fett hilfreich zu sein. Braune Fettzellen besitzen Mitochondrien, welche die Fettzellen bei Bedarf in Energie umwandeln. So nehmen Menschen mit wenig weißem Fett, bzw. mehr braunen Fettzellen, leichter ab und leiden auch nicht an Übergewicht.

Der Einfluss von Sulforaphan auf Typ 2 Diabetes, Autismus, dem Leaky-Gut-Syndrom und weiteren Krankheiten wird weiterhin in verschiedenen Studien untersucht und hält mit Sicherheit noch so manche Überraschung bereit.

Welches Gemüsesorten am meisten Sulforaphan enthalten

Sulforaphan kommt in allen Pflanzen der Familie der Kreuzblütler in unterschiedlichen Mengen vor. Besonders viel dieses wertvollen Senfölglykosids findet sich in Brokkoli. Frische Brokkoli-Sprossen sollen jedoch bis zu 100 mal mehr dieses wichtigen Inhaltstoffes aufweisen als das Gemüse als solches.

Die richtige Zubereitung ist das A und O beim Thema Sulforaphan

Erst wenn die Zellwände des Brokkolis oder eines anderen Kohlgemüses zerstört werden, wird das Enzym Myrosinase freigesetzt und kann das inaktive Glukoraphan in das aktive Sulforaphan umwandeln.

So ist langsames und ausreichendes Kauen die Bedingung, um möglich viel Solforaphan zu erhalten. Wird der Brokkoli jedoch zuvor gar gekocht, sterben zahlreiche Enzyme ab. So kommt es zu einer verminderten Aufnahme des begehrten Anitioxidans trotz reichlichen Gemüseverzehrs.

Besser wäre es, Brokkoli und andere Kreuzblütler roh oder fermentiert zu sich zu nehmen, was aber wiederum in größeren Mengen auch nicht jedem möglich ist. So empfiehlt es sich, den Brokkoli nur kurz zu dünsten, ähnlich wie in vielen Chinarestaurants üblich, und diesen dann zusammen mit Brokkoli-Sprossen zu verspeisen.

Brokkoli-Sprossen eignen sich auch sehr gut als Zusatz für jeden Salat. Auch Kräuterquark kann man mit Brokkoli-Sprossen zusätzlich aufpeppen.

Die Myrosinase benötigt etwas Zeit, um das Glukoraphan in seine aktive Form umzuwandeln, weshalb es Sinn macht, das Gemüse nach dem Zerkleinern noch eine Weile ruhen zu lassen. Auch so lässt sich die Menge des verwertbaren Sulforaphans noch einmal steigern.

Sprossen selbst anbauen

Sprossen lassen sich ganz leicht selbst ziehen. Hierfür gib es spezielle Keimgläser, aber auch schöne Sprossenigel, in denen unterschiedliche Sprossen gezogen werden können. Diese Sprossen benötigen regelmäßig Feuchtigkeit und auch gewisse Hygienemaßnahmen sind einzuhalten, damit es nicht zu einer Vermehrung schädlicher Keime kommt. Ansonsten ist dies eine wunderbare Möglichkeit, sich mit den wertvollen Inhaltsstoffen, nicht nur des Brokkolis, zu versorgen.

Täglich Brokkoli essen?

Krebspatienten der oben genannten Studie der Universitätsklinik Heidelberg bekamen Berichten zufolge während der Studie täglich 90 mg Sulforaphan. Aber auch 30 mg sollen bereits einen therapeutischen Effekt aufweisen können. Als Präventivmaßnahme empfiehlt sich jedoch eine Einnahme bis zu 25 mg täglich. Diese Menge ist in etwa 400 bis 500 g Brokkoli enthalten.

Brokkoli aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft ist Gemüse aus konventionellem Anbau vorzuziehen. Älterer Brokkoli, der vielleicht schon gelbliche Stellen aufweist, enthält nicht nur weniger Vitamine, sondern auch deutlich weniger Sulforaphan. Auf frisches, gut gelagertes Gemüse ist also unbedingt zu achten.

Nahrungsergänzungsmittel als sinnvolle Alternative

Nicht jeder, der Sulforaphan in ausreichender Menge zu sich nehmen möchte, ist ein ausgesprochener Fan von Brokkoli. Zwar weisen auch Radieschen, Kohlrabi, Weiß- und Rotkohl, Kresse und Co. diesen begehrten Inhaltsstoff auf, jedoch selten in der Menge wie Brokkoli und seine Sprossen. Außerdem reagieren viele Menschen mit starken Blähungen oder anderen Beschwerden, weshalb sie auf Kohlgemüse eher verzichten.

Auch ist frischer Brokkoli nicht immer zu jeder Jahreszeit überall erhältlich. Letztendlich möchten auch Menschen, denen das Kochen mit frischem Gemüse aus Zeitgründen nicht immer möglich ist, trotzdem bestens mit wichtigen Nährstoffen versorgt sein.

Für solche Fälle kann es durchaus sinnvoll sein, entsprechende Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Denn auch Sulforaphan in Pulverform oder in Kapseln kann mit positiven Effekten aufwarten. Ob Brokkoli-Extrakt, Pulver aus getrockneten Brokkoli-Sprossen oder frischer Brokkoli - wichtig ist in erster Linie immer die Qualität. Denn für das eigene Wohlbefinden ist nur das Beste gut genug!