Serrapeptase

Die Einsatzmöglichkeiten von Enzymen

Lange Zeit wurde der Einsatz von eiweißspaltenden Enzymen sowohl in der Volksheikunde als auch in der Schulmedizin in Frage gestellt. Denn erst vor einigen Jahren konnte nachgewiesen werden, dass solche Makromoleküle überhaupt resorbiert werden können. Doch mittlerweile ist auch die Schulmedizin von den positiven Effekten vieler Enzyme überzeugt. So gibt es heute zahlreiche Studien, die diese Effekte belegen und damit auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten einzelner Enzyme aufmerksam machen.

Das Enzym Serrapeptase

Serrapeptase ist ein eiweißabbauendes Enzym, das heißt, es spaltet Proteine in seine Aminosäuren auf. Es wird von den Darmbakterien Serratia der Seidenraupe produziert. Diese ist mit Hilfe dieses Enzyms in der Lage, ihren Kokon aufzubrechen, denn diese ist dafür bekannt, durch seine proteolytischen (eiweißspaltenden) Eigenschaften totes Gewebe auflösen zu können.

Serrapeptase Blog Entgiften News  Dies kann auch für medizinische Zwecke interessant sein, da dieses Enzym ebenfalls die Fähigkeit besitzen soll, andere krankhafte Gewebe, wie zum Beispiel Zysten und Blutgerinnsel, aufzulösen, ohne jedoch lebendes Gewebe anzugreifen.

In Osaka, Japan, wurde das Enzym erstmals isoliert und gentechnisch entschlüsselt.

Allerdings soll es in der traditionellen chinesischen Medizin schon seit Jahrzehnten bei verschiedenen Beschwerden erfolgreich eingesetzt werden.

1. Serrapeptase in der Entzündungstherapie

Dr. med. Helmut Pabst aus München zufolge zersetzt das Enzym Serrapeptase das Bradikinnin, welches an Entzündungsvorgängen im Körper maßgeblich beteiligt ist. Ferner löst es Blutgerinnsel auf, ohne körpereigene Gerinnungsenzyme zu beeinträchtigen.

Sowohl in vitro als auch in vivo weist dieses eiweißspaltende Enzym höherwertige entzündungshemmende Eigenschaften auf als andere bekannte proteolytische Enzyme.

Auch eine Studie an 2639 Patienten, die an einer akuten Sinusitis litten, scheint die antientzündlichen Eigenschaften des Enzyms zu belegen. Sogar die bakterielle Keimbesiedelung ging unter Verwendung von Serrapeptase innerhalb einer Woche auf 20% zurück. Auch bei einer postpartalen Brustschwellung waren zwei Drittel der Patientinnen innerhalb weniger Tage beschwerdefrei, während Patientinnen ohne diese Enzymbehandlung mindestens 14 Tage lang behandlungsbedürftig blieben. Zudem bereitete die Verträglichkeit keine Probleme, so dass auch die Mütter von Stillkindern behandelt werden konnten, ohne dass es zu Unverträglichkeiten bei ihnen oder den gestillten Kindern kam.

Auch Entzündungen, die aufgrund von Verletzungen entstehen können, sollen mit Hilfe dieses Enzyms besser bekämpft werden können.

Weitere Anwendungsbereiche, die mit Entzündungen einhergehen, können Arthritis, Enkrankungen der oberen und unteren Atemwege, das Karpaltunnelsyndrom und zahlreiche andere Beschwerden sein.

2. Serrapeptase unterstützt die Antibiotika-Therapie

Auch eine Antibiotikatherapie, die bei einer bakteriellen Entzündung häufig indiziert ist, kann von der Wirkung der Serrapeptase profitieren. Denn dieses Enzym kann Studien zufolge die Aufnahme von Antibiotika in das Gewebe erhöhen und somit den Heilungsprozess immens unterstützen. Laufende Studien untersuchen, ob ein solcher Effekt auch bei der Penetration von Zytostatika im Zuge einer Chemotherapie vorliegt.

3. Serrapeptase kann Schmerzen lindern

Einige Studien deuten darauf hin, dass das Enzym der Seidenraupe operationsbedingte Schmerzen lindern kann. Zwar gab es auch Studien, die dies zu widerlegen schienen, jedoch sprechen nach wie vor viele positive Erfahrungsberichte für sich.

Gerade Personen mit Schmerzen, die durch Venenentzündungen verursacht werden, sollen häufiger über eine Schmerzlinderung berichten.

Im Universitätsklinikum Neapel zeigte sich ebenfalls die lindernde Wirkung bei Patienten mit vaskulären Beschwerden.

Die schmerzlindernde Wirkung des Enzyms soll daher rühren, dass es die Freisetzung schmerzauslösender Amine verhindert.

4. Auch Ödeme und weitere Schwellungen gehören zum Anwendungsbereich

Nach Unfällen oder Operationen kann es zu sogenannten posttraumatischen Ödemen kommen, die Blutzirkulation und den Genesungsprozess beeinträchtigen können. In einer Studie mit 1621 Patienten mit posttraumatischen Beschwerden konnte durch eine Behandlung mit Serrapeptase eine Linderung der Schwellungen und Schmerzen, eine Minderung der Bewegungseinschränkung und ein verminderter Verbrauch von Analgetika beobachtet werden.

Auch Schwellungen nach Kieferoperationen konnten in einer anderen Studie signifikant reduziert werden. Im Zuge dieser Studie bekamen 174 Patienten nach ihrer Kieferhöhlen-Operation jeweils 3x täglich je 10 mg Serrapeptase vom Vortag der Operation bis zu 5 Tagen danach.

So scheint Serrapeptase nicht nur Zellreste abbauen und Entzündungen eindämmen zu können, sondern ebenfalls Hilfe beim Abbau von Flüssigkeitsansammlungen zu leisten.

5. Das Enzym der Seidenraupe im Kampf gegen Plaques und Blutgerinnsel

Forschungen belegen, dass die proteolytischen Eigenschaften dieses Enzyms dazu führen, dass Blutgerinnsel, die Ursache einer tödlich endenden Embolie sein können, aufgelöst werden. Dies geschieht, ohne dass dabei gesundes Gewebe zerstört oder beeinträchtigt wird.

Auch arteriosklerotische Plaques, die als Ursache für zahlreiche weitere Krankheitsbilder gelten, können durch diesen eiweißspaltenden Effekt der Serrapeptase abgebaut werden.

Laut Dr. Hans Nieper, Internist aus Hannover, kann Serrapeptase auch präventiv verabreicht werden, um zu verhindern, dass atheromatöse Plaque aufgebaut wird.

Schlaganfällen und Herzinfarkten könnte man so in Zukunft vorbeugen.

Denn mit der Bildung dieser Plaques kommt es sonst zu Ablagerungen verschiedener Substanzen wie Cholesterin, Abfallprodukten und vor allem Fibrin, welches die Blutgerinnung fördert. Solche Ablagerungen können wichtige Blutgefäße blockieren und so zu Embolien, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen.

6. Serrapeptase bei Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen, bei denen das eigene Immunsystem körpereigenes Gewebe als fremd einstuft und zerstört, gehen ebenfalls mit Entzündungen einher. So soll Serrapeptase auch hier seine entzündungshemmenden Eigenschaften entfalten können. Diabetes Typ 1, an dem hauptsächlich Kinder und Jugendliche erkranken, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind einige dieser Krankheiten, bei denen Autoimmunprozesse körpereigenes Gewebe angreifen.

7. Polyneuropathie als Folge von Diabetes

Eine gefürchtete Folge von Diabetes mellitus sowohl vom Typ 1 als auch vom Typ 2 ist die diabetische Polyneuropathie, bei der es im Laufe der Zeit zu einer irreversiblen Schädigung der Nervenzellen kommt.

Hier soll das Enzym der Seidenraupe gleich dreifach helfen: Einmal kann es zur Eindämmung der chronischen Entzündung beitragen. Ferner scheint es den Ausleitungsprozess der abgestorbenen Eiweißkörper zu aktivieren, welche sich mit den Zuckermolekülen verbunden haben und am Prozess der Nervenzellschädigung beteiligt sind. Zusätzlich wird Studien zufolge das abgestorbene Gewebe der Myelinscheiden der Nervenfasern abgebaut, wodurch man sich eine bessere Übertragung der Nervenimpulse erhofft.

Insgesamt kann es so es zu einer verbesserten Durchblutung beitragen,, was besonders beim Diabetiker eine wichtige Rolle spielt, da die kleinen Kapillaren, besonders die der Augen, der Extremitäten und der Nieren, in der Regel als erstes durch die Zuckermoleküle verstopft werden.

8. Serrapeptase zur Unterstützung des Immunsystems

Da das Enzym der Seidenraupe auch Schwermetalle binden und ebenso eine reinigende, entgiftende Wirkung haben soll, wird auf diesem Weg das Immunsystem unterstützt. Die immununterstützende Wirkung kommt ebenfalls durch die entzündungshemmenden Eigenschaften zustande, die der Serraspeptase zugesprochen werden.

Serrapeptase übernimmt sozusagen "Aufräumarbeiten" im Organismus, was zu einer schnelleren Genesung und Entlastung des Immunsystems beiträgt.

Die wichtigsten Eigenschaften von Serrapeptase zusammengefasst:

1. Das Enzym Serrapeptase soll arteriosklerotische Plaques auflösen, ohne gesundes Gewebe zu schädigen,
2. Blutgerinnsel auflösen,
3. entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen besitzen,
4. bei der Entgiftung helfen, Schwermetalle binden und ausleiten und
5. das Immunsystem stärken.

Fazit:

Auch in Zukunft wird es noch zahlreiche Studien sowohl zum Einsatz von hochdosierter Serrapeptase in der Medizin als auch für die Anwendung von Serrapepetase als Nahrungsergänzung geben.

Denn die zahlreichen Möglichkeiten, die dieses Enzym bietet, sind noch längst nicht gänzlich erforscht.

Faszinierend ist, dass das Produkt der Arbeit winziger Darmbewohner einer kleinen Raupe Ursache dieser Forschungen ist und die Natur uns somit mal wieder vor Augen führt, welche Geheimnisse sie noch in sich birgt.