Glyphosat

Was genau ist Glyphosat?

Bei Glyphosat handelt es sich um ein seit 1974 weltweit eingesetztes Unkrautvernichtungsmittel des Konzernriesens Monsanto. Tonnenweise kommt dieses Herbizid seitdem zum Einsatz.

Allein in Deutschland wird der "Unkrautkiller" auf schätzungsweise 40 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Anbauflächen verteilt. Auch Hobbygärtner verwenden, ob wissentlich oder nicht, Glyphosat, um dem sogenannten Unkraut den Garaus zu machen.

Glyphosat Blog Entgiften News  Mittlerweile kommt Glyphosat nämlich nicht nur beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zum Einsatz. Im Obstanbau, im Schreber- oder Hausgarten wird es verwendet und sogar Weihnachtsbäume kommen beim Anbau in den zweifelhaften Genuss des Herbizides. Überall dort, wo nichts wachsen soll, wie zum Beispiel auf Bahngleisen, wird Glyphosat häufig als billiges Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt. Denn in Deutschland sind mehr als 100 unterschiedliche glyphosathaltige Mittel käuflich zu erwerben. Immerhin 51 solcher Mittel finden auch im privaten Haus- oder Schrebergarten Verwendung. Wer großflächig, also nicht selektiv, spritzen möchte, hat mitunter jedoch ein zusätzliches Problem.

Der Clou:

Dieses Mittel, das in den Stoffwechselprozess der Pflanzen eingreift, kann großflächig nur eingesetzt werden, wenn auf der behandelten Fläche keine samenechten Kulturpflanzen angebaut werden. Denn nur stark genmanipulierte Pflanzen sind selbst resistent gegen das tödliche Gift.

Wie Monsanto gleich doppelt kassiert

Wer ein Produkt gut verkaufen möchte, muss notfalls einen Markt dafür schaffen. Oder anders ausgedrückt: Eine Lösung lässt sich nur verkaufen, wenn ein dazu gehöriges Problem besteht.
Mit der Erfindung von Glyphosat war der Weg für die Genmanipulation an Nutzpflanzen geebnet und so konnte der amerikanische Riese gleich mehrfach abkassieren. Erst über den Verkauf von Glyphosat und anschließend über den Verkauf der Samen herbizid-toleranter, genmanipulierter Pflanzen.

Denn 1996 entwickelte Monsanto Sojabohnen, die Dank eines speziellen, normalerweise nicht in der Sojabohne vorkommenden Gens ein Enzym produzieren, welches die Sojabohne den Angriff mit dem tödlichen Gift überleben lässt.

Seit diesem Eingriff in die pflanzliche Genetik boomt in den USA, Kanada und Südamerika nicht nur der Markt für die zahlreichen Glyphosat-Produkte, sondern auch für die kommerziell angebauten, genmanipulierten Pflanzen wie Soja, Mais, Zuckerrüben und Raps bzw. deren Samen. So sichert sich Monsanto sein eigenes Überleben auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt, indem es als führender Hersteller und Vertreiber von Glyphosat und genmanipuliertem Saatgut die Welt mit seinen gewinnbringenden Produkten überschwemmt.

Wie Glyphosat unserer Umwelt schadet

Sowohl das Glyphosat selbst als auch der Anbau genmanipulierter Pflanzen stellen für unsere Umwelt eine große Belastung dar.

Glyphosat gelangt in das Erdreich und in unsere Gewässer, wo es die so wichtigen Kleinstlebewesen schädigt und das Entstehen von Pflanzenkrankheiten fördert, die bislang kein Problem waren. Denn Krankheitserreger, die bislang nur vereinzelt auftraten, wie zum Beispiel Pilzerkrankungen, können sich nun, begünstigt durch Monokultur und beeinträchtigtes Bodenleben, rascher ausbreiten.

Auch Fische und andere im Wasser lebende Organismen sind von der Vergiftung bedroht. Da die Natur einen perfekten Kreislauf darstellt, in dem alles miteinander verbunden ist, sind auch Regenwürmer, Spinnen, Insekten und schließlich Vögel betroffen.

Die meist genmanipulierten Monokulturen selbst tragen einen großen Anteil am Rückgang der Artenvielfalt. Der Einsatz von Glyphosat unterstützt zusätzlich das lebensfeindliche Unterfangen eines nun tödlichen Kreislaufes. Letzten Endes findet sich dieses und andere Pestizide dann auch in den Produkten und dem Fleisch unserer Nutztiere.

Und selbst ein Veganer, der sich nur von Obst und Gemüse aus biologischem Anbau ernährt, kann sich sicher sein, dass auch in seinem Organismus ein Quantum Glyphosat angereichert ist. Denn immerhin leben wir alle gemeinsam in dieser Welt und sind Teil dieses riesigen Kreislaufs.

Ein indianisches Sprichwort besagt:

Was immer der Mensch dieser Erde antut, tut er auch sich selbst an.

Die eigentliche Bescherung von Glyphosat

Paradoxerweise kommt es mittlerweile zu einem vermehrten Auftreten zahlreicher sogenannter Unkräuter, gegen die das Herbizid ja eigentlich eingesetzt wird. Denn auch diese können mit der Zeit eine Resistenz gegenüber Glyphosat entwickeln. Irgendwie erinnert das Ganze ein wenig an den übertriebenen Einsatz von Antibiotika, durch den es ja ebenso zu Resistenzen einiger Keime kommen kann, die dann umso gefährlicher, weil nicht mehr kontrollierbar, für den Menschen werden können....

Bereits drei Jahre nach dem ersten Anbau genmanipulierten Sojas kam es in den USA zum Auftreten der ersten glyphosatresistenten Unkräuter.

Bis heute haben sich immer mehr unerwünschte Pflanzen an das Gift gewöhnt und breiten sich überwiegend dort aus, wo bereits genmanipulierte Monokulturen angebaut werden.
Gleich und gleich gesellt sich gern, könnte man also sagen.

Doch leider kommt es auch jetzt nicht zu einem Umdenken in Sachen "Pflanzenschutz".

Vielmehr wird jetzt erst recht gespritzt, was das Zeug hält - immer in der Hoffnung, mit viel Gift das Problem in den Griff zu bekommen.

Die betroffenen Großbauern müssen also erneut in die Tasche greifen, um der schier aussichtslosen Lage scheinbar Herr zu werden.

Was für eine Bescherung!

Hier spielt Monsanto also wieder den Weihnachtsmann, allerdings mit zwei Säcken:

Aus dem einen wird die Welt weiterhin mit dem genmanipulierten Saatgut und reichlich dazugehörigem Gift versorgt. In den anderen Sack kommen die Profite, die das zusätzliche Dilemma der armen Bauern Monsanto beschert.

Die Bauern versuchen es nun mit ein wenig Abwechslung:

Einmal Glyphosat, einmal ein anderes, nicht weniger gefährliches Gift, dann wieder erneut Glyphosat. In den USA kommen dadurch Herbizide zum Einsatz wie Paraquat, welches in der EU schon seit 2007 nicht mehr eingesetzt werden darf.

Immer mehr Bauern geben gänzlich auf. In den USA hat Glyphosat auf diese Weise schon etliche Existenzen zerstört und täglich werden es mehr.

Und Monsanto lenkt ein wenig ein. Nach dem Motto:

Die Geister, die ich rief...

So empfiehlt Monsanto, es einmal mit ganz anderen Pestiziden zu versuchen oder zwischendurch einmal zu altbewährten Methoden zurückzukehren.

Vielleicht ist der eine Sack ja bereits voll genug...

Was sagt denn unsere Politik dazu?

Warum ist der Einsatz solcher Herbizide wie Glyphosat überhaupt erlaubt?

Und gibt es denn Grenzwerte, die wenigstens in Deutschland nicht überschritten werden dürfen?

Nun ja, im Prinzip schon, aber...

Ähnlich wie bei Bisphenol und anderen in der Industrie eingesetzten Giften ist so ein Grenzwert doch äußerst flexibel und kann je nach Bedarf auch ein wenig in die gewünschte Richtung verschoben werden.

So auch hier:

Innerhalb nur eines Jahres, beispielsweise zwischen 2012 und 2013, wurde der Grenzwert beim Zuckermais um das Dreißigfache erhöht. Auch der erlaubte Grenzwert bei Zuckerrüben hatte sich um das Zehnfache erhöht. Konventionell angebaute Linsen wurden seit 2018 gleich mit einer hundertfachen Grenzwerterhöhung beschenkt.

Allein die Technik der Sikkation, also die Bespritzung des Pflanzgutes vor der Ernte, sorgt schon vielerorts dafür, dass eine Grenzwerterhöhung notwendig wird. Denn hier kommt Glyphosat immer noch, wenn auch eingeschränkt, zum Einsatz.

Interessant ist auch die Tatsache, dass solcherart behandeltes Stroh nicht zur Tierfütterung verwendet werden darf, die Verwendung des Korns der gleichen Pflanzen jedoch sowohl für die Fütterung als auch für unser täglich Brot erlaubt ist.

Während der Unmut der Bevölkerung wächst, trifft der damalige Landwirtschaftsminister und scheinbarer Freund der Agrarlobbyisten Christian Schmidt ungefragt eine Entscheidung. Denn entgegen des Wunsches der breiten Bevölkerung, Warnungen zahlreicher Naturschutzbehörden und auch der Umweltministerin Barbara Hendricks stimmt Schmidt für eine Verlängerung der Zulassung um weitere 5 Jahre, damit uns das besagte Herbizid auch noch eine Weile erhalten bleibt.

Nur gut, dass er uns in dieser Position nicht erhalten blieb...

Traurig, das sein Handeln für ihn keinerlei Konsequenzen nach sich zog. Selbst die Kanzlerin scheint seine Meinung zu teilen und spricht sich gegen Konsequenzen für sein regelwidriges Verhalten aus.

Macht nichts:

Denn die tatsächlichen Konsequenzen trägt wie immer ja sowieso das Volk. Und das ist schließlich schon Einiges gewohnt. Fast schon resistent sozusagen...